blank03 Tecflow Deutschland

blank04

blank05 etracker® - Logfile-Analyse war gestern!

blank06 Buch24.de - Bücher versandkostenfrei

 

blank13

blank15Motorrad & Biker Topliste www.motorrad-top100.de.be

blank17

 

blank16 Freizeit&Reisen Toplinks

blank14 [ReiseTräume WeltWeit]

blank12

German Top >100

 

blank07

Mallorca abseits vom Ballermann

 (©Copyright by T. Brand 2004)

Eigentlich sollte es eine Woche Kurvenspass auf Mallorca werden, gekommen ist es ganz anders. Aus wirtschaftlichen Gründen reisten wir bis an die Costa Brava, wo gute Bekannte eine Ferienwohnung haben, mit unserem Gespann an. Das hatte sich in der Vergangenheit schon mehrfach bewährt, da es einfach günstiger und unterhaltsamer ist, die zwei Yamahas hinter dem Auto herzuziehen, als stupide die Autobahnkilometer auf dem Bock abzusitzen und die Reifen platt zu fahren.

103

1500 km führen uns über Österreich, die Schweiz und Südfrankreich nach Nordspanien. Zum ersten Mal nutzen wir für die Übernachtungen auf den Zeltplätzen Campingcheques, die für einen Stellplatz auf ausgewählten Campingplätzen 13,50 Euro kosten. Die Nächte sind für Mitte September aber schon lausig kalt und so sind wir froh, nach zwei Tagen Sant Feliu de Guixols zu erreichen, das mit seinen 18000 Einwohnern als „Hauptstadt der Costa Brava“ gilt.

203

Der Empfang ist herzlich, die Tafel reich gedeckt und es gibt reichlich Vino rossado und tinto. Ermüdet sinken wir zu später Stunde in unser Bett und träumen vom Kurvenrausch der Küstenstrasse. Eine traumhafte Strecke durch eine wilde, zerklüftete Landschaft immer an der Küste verbindet die Orte Sant Feliu und Tossa de Mar.

 

fazerAuf diesen gut 30 Kilometern testen wir am nächsten Morgen unsere Ausrüstung. Auf Mallorca wollen wir mit der Digitalkamera Filmaufnahmen vom Fahren machen und so bietet sich diese landschaftlich und fahrerisch anspruchsvolle Küstenstrasse gerade zu an.  

Am späten Nachmittag packen wir unsere Bikes und machen uns auf in Richtung Barcelona. Über Tossa, Lloret de Mar, Blanes fahren wir durch unendliche Kreisverkehre, warten an ebenso vielen roten Ampeln und erreichen endlich nach fast 3 Stunden Barcelona. Dort erwartet uns der nächste Alptraum. Es ist Rush Hour und das Verkehrsaufkommen ist immens. Hinter qualmenden Lkws fahren wir über die Ronda del Litoral zum Hafen.  

302,80 Euro zahlen wir am Schalter der Trasmediterranea für 2 Erwachsene und 2 Motorräder für die Überfahrt mit der Normalfähre von Barcelona nach Palma de Mallorca. Abfahrt ist um 23:00 Uhr. Das bedeutet für uns noch 2 Stunden Warten. Wir beobachten die vielen, vielen 40-Tonner, die sich in den Bauch des Schiffes zwängen. Es ist schon längst stockdunkel, als wir im fahlen Licht der Scheinwerfer auf die Fähre fahren. Wir müssen unsere Bikes selbst anbinden, die Arbeiter sind genervt. Wir nehmen unseren Rucksack mit Schlafsäcken und Dosenbier und suchen den Weg auf Deck. Schließlich haben wir Deckchairs gebucht, die müssen ja ganz oben sein. Auf dem Oberdeck befindet sich ein Swimmingpool mit Liegesesseln. Top, denken wir uns und machen es uns gemütlich. Doch die Freude währt nicht lange. Als wir die erste Dose Bier aufmachen, kommt der Steward und schließt das Deck. Deshalb machen wir uns auf in den Fernsehraum. Dort gibt es Sessel ähnlich wie in einem Flugzeug, wir wissen aber noch nicht, dass diese dort nicht zurückzuklappen sind. Gott sei Dank haben wir unsere Schlafsäcke dabei und so legen wir uns auf den offensichtlich frisch gebohnerten Boden. Die Nacht wird hart (im wahrsten Sinne des Wortes) und wir sind froh, als es um 6:00 Uhr morgens heißt: Land in Sicht. 

Um kurz vor halb sieben morgens fahren wir aus dem gewaltigen Bauch der Fähre an Land. Wir passieren in Mitten vieler Lkws die Kontrollstelle der Hafenpolizei und fahren noch etwa 800 Meter, als ein mallorquinischer Autofahrer auf einer Kreuzung die Vorfahrt missachtet und Bettina vom Motorrad stürzt.  

Gott sei Dank ist sie nur leicht an der Hand verletzt, die Fazer liegt auf der Strasse. Wir stellen sie in der Dunkelheit wieder auf und schieben sie zur Seite. Allem Anschein nach ist nur die Frontverkleidung und das Blinkerglas gebrochen. Doch bei genauerer Betrachtung ist auch die Gabel gestaucht. Ein Geradeausfahren ist nicht mehr möglich. Wir rufen die Polizei, die nach einiger Zeit kommt und den Unfall aufnimmt.  Es werden die Personalien ausgetauscht und der Verursacher und die Polizisten verlassen den Ort des Geschehens. So stehen wir da, Bettina verletzt, die Fazer nicht mehr fahrbereit, am Anfang unseres Urlaubs mitten in Palma de Mallorca. Sch…… Mittlerweile dämmert es und wir stecken uns eine Zigarette an.

 

303Wir rufen in unserer Not die gelben Engel in München an, schließlich haben wir einen Schutzbrief. Schnell werden wir verbunden mit der ADAC Niederlassung Barcelona, die uns versprechen, einen Abschleppwagen zu schicken. Dieser kommt auch nach einer guten halben Stunde und lädt das defekte Motorrad auf.

 

 

 

Der Fahrer bringt es in die erste örtliche Yamaha Werkstatt, dort heißt es: „keine Kapazitäten frei“, auch in der zweiten haben wir keine Chance. Doch schneller als wir uns versehen, ist das Bike bereits abgeladen und der Abschleppwagen davongerauscht. Der Werkstattmeister meint, einige hundert Meter weiter in einer Querstrasse wäre noch eine Yamahawerkstätte, vielleicht könnte uns die weiterhelfen. Wir schieben die Fazer dorthin und tatsächlich, der Besitzer will das Motorrad schnell wieder fahrbereit machen. Da er weder englisch noch deutsch kann, Amtssprache ist katalanisch, ruft er seinen Bruder, der uns mit gutem Deutsch  über den Ablauf eines solchen Prozederes aufklärt. Erst müsse der Mallorquiner den Unfall seiner Versicherung melden, dann komme nach Wochen ein Gutachter, schätze den Schaden und dann gibt dieser der Werkstatt die Reparaturfreigabe.  Wir sind resigniert, müssen noch zum Doktor wegen der Hand, vielleicht ist sie gebrochen. Deshalb fahren wir mit einem Bike, Bettina als Sozia zum nächsten Arzt. Dieser lehnt auch ab, verweist uns an die Clinic Baleares, die uns wiederum zu einer anderen Klinik schickt. Nach einer Irrfahrt durch Palma erreichen wir diese endlich, wo nach Zahlung einer Kaution von 200,00 Euro die Behandlung eingeleitet wird. Das Röntgen ergibt, dass die Hand nicht gebrochen ist. Die Stauchung wird geschient und am späten Nachmittag verlassen wir das Krankenhaus. 

402Unsere Unterkunft, das Kloster Lluc liegt noch etwa 60 km entfernt in den Bergen der Tramuntana. Wir suchen den Weg aus Palma und verfehlen die schnellste Verbindung über die Autobahn. So fahren wir über Sóller und erreichen frühabends das Kloster, das inmitten der Tramuntana liegt.

 

503Wir melden uns bei der Aufnahme an und müssen gleich die pro Nacht fälligen 27,00 Euro für das Doppelzimmer bezahlen. Dann holen wir das Gepäck von der XJ900 und beziehen das geräumige Zimmer. Fertig vom Tag zischen wir ein mitgebrachtes Dosenbier à la Gösser und schauen aus dem Fenster zum Hof.

 

Unten laden kleine Tische vom Restaurant Sa Fonda zum gemütlichen Verweilen ein und wir beschließen, uns am Abend ein leckeres Fischgericht mit einem guten Tropfen Wein zu genehmigen. Wir essen gegrillten Lachs und Schwertfisch, jeweils für rund 10 Euro. Allmählich füllt sich das Lokal, es ist nach acht und Essenzeit für Südländer. Eine französische Reisegruppe sitzt neben uns und beginnt nach einigen Flaschen Rotwein, Chansons im Chor anzustimmen. Als wir die Melodie von Oh Tannenbaum vernehmen, zahlen wir und gehen zurück auf unser Zimmer. Wir sind todmüde und wollen nichts als schlafen. Von unten schallt der Gesang und wir schließen das Fenster. Doch das hilft auch nicht. Immer wenn wir glauben, das Liedgut ist ausgegangen, fängt einer an, ein neues Liedchen anzustimmen. An Schlaf ist nicht zu denken. Wir erinnern uns an unseren Rumänienurlaub, als wir die halbe Nacht wegen einer Hochzeit nicht zur Ruhe kommen. Doch ab 23:00 Uhr ist hier Ruhe auf den Gängen und der Lärm schwillt ab.  

Heute ist Donnerstag, die erste Nacht im Kloster ist vorbei. Wir haben geschlafen wie Steine, die Morgensonne taucht die gegenüberliegende Bergkette in zartes Licht. Der Himmel erstrahlt in tiefem Blau, es scheint, ein guter Tag zu werden.  

603Nach einem Cafe con leche mit Croissant im Café gegenüber für 5,40 Euro machen wir uns mit dem verbliebenen Bike auf in Richtung Sa Calobra. Die Strasse 214-1 führt auf 12 km in kühner Bauweise 800 m tief zum Meer hinab. Zwischen Kilometer 3 und 4 erreicht die Straße eine 300° Kurve, den berühmten Krawatten- knoten, Nus de Sa Corbata. Die Strasse, die der italienische Ingenieur Antonio Parietti sich erdachte, ist wirklich eine Meisterleistung. Für uns Alpenkinder gibt es jedoch noch einen Pass, der diese Dimensionen sprengt, der Splügenpass. Es ist kurz vor zehn, als wir die Bucht erreichen. Momentan sind wir noch die Einzigen, die zum Port hinuntersteigen.

 

703                    802

 so schmal können die Straßen in Mallorca sein…      um vier Kilometer vorwärts zu kommen, wurdenhier rücken die steilen Wände auf spektakuläre              knapp 15 Kilometer Trasse gebaut2 Meter zusammen, gerade groß genug für einen Bus 

Wir schlendern über den Strand und genießen die Idylle. Den Torrent de Pareis schenken wir uns, wir müssen nach Palma, um die Einzelheiten der Reparatur der Fazer zu besprechen. Als wir uns Kurve um Kurve nach oben kämpfen, kommt uns ein Reisebus nach dem anderen entgegen. Gott sei Dank waren wir beizeiten an diesem schönen Ort, im Reiseführer lesen wir, dass täglich 100 Busse und 1000 Mietwagen, folglich sich Tausende Touristen sich hierher bemühen.  

903Unser Weg führt uns über die gut ausgebaute C710 nach Fornalutx, das mehrfach als schönstes Dorf Spaniens ausgezeichnet wurde. Im Café am am Plaçe d’Espanya gibt es wieder einen Cafe con leche. Danach bummeln wir durch die Gassen dieser steingewordenen Schönheit. Leider ist die Pfarrkirche Navidad de Nostra Senyora verschlossen und so saugen wir noch den Geruch der vielen Zitrusbäume ein, um dann bei gut 33°C wieder aufs Bike zu steigen

 

 

am Plaçe d’Espanya genießen wir unseren Cafe con leche…        

Über Sóller fahren wir  nach Port  de Sóller, zum Leuchtturm. Von dort  oben  haben wir einen fantastischen Ausblick auf den Hafen und die dahinter liegende Bergkette der Serra de Tramuntana. 

Der Weg ist das Ziel, und so meiden wir den bei der Hinfahrt zum Kloster Lluc benutzten Tunnel, wir fahren über den 496m hohen Coll de Sóller. In den Kurven ist der Straßenbelag aufgefräst, vielleicht will man die Radfahrer zu besonnenem Fahren erziehen, zu zweit auf dem Motorrad erfordern die engen Kurven alle Aufmerksamkeit. Runter geht’s schneller, für Fahrradfahrer gilt die Geschwindigkeits- begrenzung von 40 km/h. Die 34 km von der Mautstelle bis Palma sind schnell zurückgelegt, die Strasse C711 ist gerade und eintönig. 

In Palma suchen wir die Werkstätte, in der die Fazer steht. Wir fahren in Richtung Hafen, um die Strecke des Abschleppwagens zurückzuverfolgen.  Nach kurzem Suchen sind wir bei Motos David angelangt. Wir fragen den Sohn des Inhabers, ob sich seitens der Versicherung des Unfallverursachers schon etwas getan hätte, aber erhalten als Reaktion nur ungläubiges Schulterzucken. Wieder rufen wir den ADAC an, wollen die Maschine nach Deutschland holen lassen. Doch ohne Erfolg. Erst müsse der spanische Gutachter den Schaden beurteilen und dann wir diese in Mallorca repariert. Voll Frust packen wir das Gepäck der Fazer auf die XJ900 und machen uns auf die Rückreise zu unserer Unterkunft. 

1003Bei der Ausfahrt aus Palma verfranse ich mich und wir verfehlen die Autobahnauffahrt. So vertrödeln wir die Zeit in den Vororten von Palma, als wir endlich die Autobahn erreichen. Eigentlich wollen wir nur bis Marratxi fahren, doch die Abfahrt führt ins Nirgendwo. Über Santa Maria del Cami, wo wir für weniger Geld als auf dem Festland tanken (81 Cent für ROZ91), fahren wir nach Bunyola und Orient. Die Straße ist wenig befahren, einzig wir und etliche Fahrradfahrer sind unterwegs. Aber diese fahren teilweise selbstmörderisch. Trotz der Verbotsschilder, nebeneinander zu radeln, brauchen sie die ganze Straßenbreite, nur durch mein besonnenes Fahren ist ein Beinaheunfall zu Vermeiden.

Orient auf 460 m Meereshöhe zählt heute nur mehr 6 offizielle Einwohner    

Orient besteht nur noch aus einer Handvoll Häuser, einer Kirche ohne Turm und einigen wenigen Restaurants. 

Über Alaró, Lloseta fahren wir über die PM 213 wieder zurück zu unserem Kloster Lluc. Die Franzosen sind abgereist und so verspricht es, eine ruhige Nacht zu werden. Nur Engländer sind im Restaurant, aber diese sind gesanglich nicht ambitioniert.  

1103Der nächste Morgen beginnt mit unserem Ritual, im Café neben dem Kloster für 5,40 Euro zu frühstücken. Über die C710 fahren wir wieder vorbei am Stausee Gorg Blau nach Sóller, wo wir diesmal stoppen und uns am Plaça Sa Constitució einen Cafe con leche gönnen. Vorbei fährt der Rote Blitz, die seit 1913 von Palma nach Port de Sóller verkehrende Trambahn. Wieder telefonieren wir mit dem ADAC und endlich ist es klar, die kaputte Fazer wird mit dem ADAC per Lkw nach Deutschland zurückgeholt. Endlich kehrt es sich zum Guten. Der Urlaub kann beginnen. Wir müssen nur noch die Fahrzeugpapiere in der Werkstatt abgeben.

  

Die Fortsetzung unserer Reise könnt Ihr im Teil 2 unseres Reiseberichts lesen J …..

© 2004 www.abseiling.de