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Mallorca abseits vom Ballermann

Teil 2

(©Copyright by T. Brand 2004)

1202Nachdem wir in Sóller die Pfarrkirche Sant Bartomeu besichtigt haben, machen wir uns auf in Richtung Valdemossa. Die Strasse schlängelt sich durch die hügelige Landschaft über eine 220 m hohe Anhöhe, bevor sie in traumhafter Lage sich direkt ans tiefblaue Meer schmiegt. Über Deià, Miramar führt die C710 immer am Meer entlang, bietet immer spektakuläre Blicke auf das kühle Nass.

 

 

 

1302Die Strasse führt durch Pinienwälder wieder ins Landesinnere, wir kommen zur Abzweigung nach Valdemossa, dem laut Reiseführer wohl meistbesuchtem Dorf der Insel. Grund dafür sind natürlich George Sand und Frédéric Chopin, die den Winter 1838 / 39 dort verbrachten, wobei sich der Aufenthalt als Fiasko für den lungenkranken Komponisten herausstellte. Sand schrieb über diese Zeit in dem Klassiker „Ein Winter auf Mallorca“.  

Wir schlendern durch die belebten Gassen. Viele Touristen sind noch unterwegs, die Cafés sind alle voll. Endlich finden wir einen freien Platz, setzen uns, doch die Bedienung ignoriert uns, vielleicht erscheinen wir unwirklich in unseren schwarzen Lederklamotten bei dieser Hitze.                                                                                    

1402Also gibt es keinen Cafe con leche und wir fahren zurück auf die C710. Die Straße ist super ausgebaut, der Belag griffig, lädt zum Heizen ein. Doch das wäre viel zu schade, die Landschaft ist einmalig, wir cruisen durch die vielen Kurven. Es ist Mittag, die Sonne scheint erbarmungslos auf uns und wir suchen einen schattigen Platz für unsere Mittagsvesper. Inmitten vieler Olivenbäume essen wir unser Baguette mit Serranoschinken, beobachten die vielen Schafe, die auf kargem Boden anscheinend nichts zu fressen finden. Wenn man an die Schafe bei uns zuhause denkt, immer im satten, saftigem Grün, wundere ich mich, dass diese hier überhaupt überleben können. 

Weiter unten sehen wir die Terrassen von Banyalbufar, die von den Mauren erbaut wurden. Früher dienten sie zum Weinanbau, mittlerweile wird vorwiegend Gemüse und Obst angebaut. Buniola-al-bahar, kleiner Weingarten am Meer hatten die Araber diesen Platz genannt und mit Hilfe eines ausgeklügelten Bewässerungssystem fruchtbar gemacht.  

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Über zahlreiche Serpentinen führt die Strasse in Richtung Estellencs, vorbei am Mirador de ses Animes, dem Ausblick der Seelen, von dem man einen fantastischen Blick auf die felsige Südwestküste hat. 

Als die Küste immer weiter weg rückt, drehe ich am Gas, die vielen Kurven verleiten dazu. Es ist wie ein Rausch, links, rechts, links, …. keine Kurve ist arglistig, der Teer ist griffig. Bevor wir Andratx erreiche, biegen wir nach rechts nach Sant Elm ab. Knapp 10 Kilometer dauert die Fahrt bis wir wieder das Meer erreichen. Der Strand ist gut besucht, viele Neckermännchen und sonstige Urlauber aalen sich in der spätsommerlichen Sonne. 

Uns macht die Umgebung nicht an, überall werden Feriendomizile gebaut, es ist laut und staubig, der Blick auf die Dracheninsel ist auch nicht so fantastisch, wie im Führer beschrieben. Deshalb fahren wir zurück nach Andratx und weiter über die C719 nach Palma. Anscheinend wird hier eine Autobahn gebaut, genügend EU-Gelder bekommt Spanien ja, es wird gebaggert, geteert, wir werden durch die Baustelle geleitet. Kurz vor Palma beginnt die fertige Autopista. Am Ortseingang biegen wir nach rechts in den Hafen ab. Nachdem klar ist, dass die kaputte Fazer mit dem ADAC zurückgeholt wird, wollen wir das Fährticket für das Motorrad stornieren. Es ist halb fünf, bis 17:00 Uhr ist Siesta. Um die Zeit zu überbrücken, gehen wir in eine nahe gelegene Hafenbar. Wir trinken unseren obligatorischen Cafe con leche, der hier aber überhaupt nicht schmeckt.  

Pünktlich um fünf öffnet der Schalter und wir canceln das Ticket ohne Probleme. Wir fahren aus dem Hafen und kommen wieder über die Kreuzung wo sich vor zwei Tagen der verhängnisvolle Unfall ereignete. 

1602Auf der Passeig Maritim, der vierspurigen Hauptstrasse am Hafen von Palma vorbei stehen wir im Stau. Es ist Rush Hour und nichts geht mehr. Links und rechts überholen uns die Rollerfahrer, wegen meiner ausladenden Koffer kann ich nicht zwischen den Autoreihen hindurchfahren. Für knapp 2 Kilometer benötigen wir ungefähr 30 Minuten. Das Thermometer an einer Werbetafel zeigt 36°C, mir läuft der Schweiß über den Rücken in die Hose, der Schädel will platzen unter dem Helm.

 

 

     die Kathedrale La Seu in Palma

Vorbei geht’s es an der Catedral La Seu, die zu einer der größten gotischen Kathedrale Europas zählt. Endlich können wir nach links abbiegen   in Richtung  Motos  David, wo   die Fazer in der Werkstatt steht. Es herrscht  reger 1702  Betrieb, der Meister repariert eine V-Max. Wir hätten die Fazer in guten Händen gewusst, aber uns ist dennoch lieber, dass die Yamaha in der heimischen Werkstatt wieder hergerichtet wird. Wir geben dem Chef den Fahrzeugschein und verabschieden uns mit einem tränenden und einem lachenden Auge.

 

Motos David

Servicio Oficial Yamaha

C/. Juan Alcover, 36

07006 Palma de Mallorca

Tel. 971 77 06 21

 

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich beim Inhaber, seinem Bruder und Sohn bedanken. Ohne Ihre Hilfsbereitschaft wären wir aufgeschmissen gewesen.  

Über die städtische Autobahn verlassen wir Palma in Richtung Inca. Wir fahren diesmal über die Autopista, es ist schon spät. Als wir Selva passieren, ist es nach 19:00 Uhr. Durch etliche Kurven im Kiefern- und Pinienwald schrauben wir uns hoch zum Kloster Lluc. Nach einer erfrischenden Dusche gibt es noch einen kleinen Snack und ein lauwarmes Bierchen aus unserem Vorratsschrank, dann fallen wir ins Bett. Unten ist es ruhig, keine Franzosen, Engländer – nur das beruhigende Klingeln der Leitschafe und –ziegen, die rund ums Kloster ihre Nahrung suchen.  

Der morgendliche Blick aus dem Fenster drückt ein wenig auf die Stimmung. Von den letzten Tagen verwöhnt, es war immer strahlender Sonnenschein, ist der Himmel wolkenverhangen. Beim allmorgendlichen Cafe con leche beschließen wir deshalb, heute nicht ans Cap de Formentor zu fahren sondern ins Innere der Insel. 

Über unseren „Hauspaß“ fahren wir über Inca nach Sineu. Eigentlich wollten wir Mittwoch, dem Tag unserer Ankunft auf der Insel, den Bauernmarkt besuchen, aber1802
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daraus wurde ja nichts. So genießen wir die Ruhe und besuchen die Pfarrkirche Nuestra Senyora de los Angeles mit der von Engeln bewachten Virgen Muerta. Die Kirche wurde gerade renoviert und ist wirklich eine Augenweide. Wir lassen die vielen Kirchenschätze auf uns wirken und verlassen erst nach geraumer Zeit die Kirche. 

Auf dem Vorplatz sehen wir das Hotel Celler de Ca’n Font. Bei unseren Reisevorbereitungen hatten wir dieses Hotel online und per Mail eine Reservierungs- anfrage für ein Zimmer geschickt, bis heute aber keine Antwort erhalten. Ich überlege mir, ins Hotel zu gehen, um meinen Unmut zu äußern, verwerfe den Gedanken aber schnell wieder, schließlich haben wir eine tolle und günstige Unterkunft im Kloster Lluc.

 

2002Wir verlassen Sineu und fahren über Algaida in Richtung Randa. Die Landschaft bisher ist flach und der Boden braun. Dazwischen immer wieder Olivenbäume. Von der Weite sehen wir schon eine Erhebung mit einem Sendemast obenauf. Von Randa fahren wir eine kleine, serpentinenreiche Strasse auf 542 m Höhe. Oben steht die nach Lluc zweitwichtigste Wallfahrtsstätte, das Kloster Nuestra Senyora de Cura de Randa. Wir treten durch das Portal, im Innenhof wird ein Hochzeitspaar fotografiert. Vor der Kirche liegt noch der geworfene Reis und Konfetti. Die Bräuche sind anscheinend also unseren gleich. Das Innere der Kirche beeindruckt uns wenig uns so genießen wir die tolle Aussicht. Man sieht die Bucht von Palma und die von Alcúdia auf der anderen Seite der Insel. Im Tramuntanagebirge hängen noch tiefe Wolken, aber der Himmel reißt auf.

 

Über Llucmajor, Porreres fahren wir durch flaches, eintöniges Land nach Felanitx. Die Ortseinfahrt ist wenig einladend und so kehren wir um und fahren auf der PM-401 noch ca. 2 km, bis rechts die Straße zur Ermita de Sant Salvador abzweigt, das in 509 m auf einer mächtigen Felsnase steht. Vorbei geht es an dem 7 m hohen Bronzemonument Co de Jesus bis direkt vor das Klosterportal, wo wir an einem Ziehbrunnen das Motorrad abstellen. Der Ausblick von dort oben ist noch viel fantastischer als zuvor beim Kloster Cura. Mittlerweile haben sich auch alle Wolken verzogen, man überblickt die ganze Insel.21

 

 

 

 

 

 

 

2202Nach einem Cafe con leche treffen wir noch andere Biker aus Deutschland, die interessiert meine Kamera-Befestigung am Lenker für meine Digicam begutachten. Wir fachsimpeln noch ein wenig, dann fahren wir die kurvenreiche Straße wieder hinunter. Es geht weiter über die C-714 nach Manacor, das wir rechts liegen lassen und durch wenig ansprechende Landschaft nach Petra fahren. Die Beschilderung ist irreführend, ich verfranse mich in dem kleinen Dorf. Endlich finde ich die kleine Strasse PM-330, die nach Sineu führt. Ähnlich wie auf der Insel Crés in Kroatien sind links und rechts der Strasse Steinmauern, die schmale Straße schlängelt sich durch die Felder. Wir überqueren die neu erbaute Eisenbahntrasse, deren Trassenführung an die unserer ICE-Trassen erinnert. Gewaltige Erdmassen wurden bewegt, Felsen wurden gesprengt, ich möchte nicht wissen, was die Konstruktion gekostet hat. Für die einspurige Bahn erscheint mir der Aufwand übertrieben.

 

Wir erreichen wieder Sineu und fahren auf der uns bereits bekannten Strasse wieder über Inca nach Lluc. Dort ist die Zufahrt gesperrt, im Kloster finden zwei Hochzeiten statt. Anscheinend wird samstags geheiratet auf Mallorca.    

Vom Fenster unseres Zimmers beobachten wir das Treiben unten auf dem Hof. Laute Böllerschüsse zerstören die Ruhe ums Kloster, die Hochzeitsgesellschaft zieht sich in unser Frühstückscafé zurück. Allmählich versinkt die Sonne hinter den umliegenden Bergketten, die letzten Sonnenstrahlen erleuchten den Glockenturm. Nach ein paar Vino tinto gehen wir zu Bett, wollen schlafen. Doch die Schafe und Ziegen mit ihrem lauten Glockenläuten hindern uns am Einschlafen. Was die Tage zuvor idyllisch wirkte, rief nun den innerlichen Mordgedanken. Trotz geschlossenen Fenstern war der Glockenlärm unerträglich und lang dauerte es, bis die Herde endlich in weiter entfernte Gebiete weiterzog. 

Wie es weitergeht, was mit den Schafen passierte und was uns am Cap de Formentor erwartete, könnt Ihr im Teil 3 unseres Reiseberichts lesen J …..

  

© 2004 www.abseiling.de