blank03 Tecflow Deutschland

blank04

blank05 etracker® - Logfile-Analyse war gestern!

blank06 Buch24.de - Bücher versandkostenfrei

 

blank13

blank15Motorrad & Biker Topliste www.motorrad-top100.de.be

blank17

 

blank16 Freizeit&Reisen Toplinks

blank14 [ReiseTräume WeltWeit]

blank12

German Top >100

 

blank07

Mallorca abseits vom Ballermann

Teil 3

(©Copyright by T. Brand 2004) 

Es ist Sonntag in der Früh, kurz nach acht. Eigentlich noch die beste Zeit zum Schlafen. Umso mehr, als uns gestern Abend das laute Gebimmel der Schafe lang wach hielt. Doch es weckt uns das laute Blöken eines Mutterschafs. Das Kitz ist beim Fressen hinter eine Felsmauer geraten und kommt mit eigener Kraft nicht mehr heraus. Es schreit nach seiner Mutter, die sieht keinen Ausweg und blökt nach menschlicher Hilfe. So geht es geraume Zeit, bis es uns aus dem Bett treibt und wir nach unten laufen.  Doch andere Mitbewohner haben mittlerweile das Kitz geborgen und die Familie zieht sich, wieder vereinigt, in die umliegenden Berge zurück. Endlich Ruhe. 

Der Himmel ist bedeckt, in der Nacht hat es anscheinend etwas geregnet, die Straßen sind feucht. Heute trinken wir unseren morgendlichen Cafe con leche in der Bar, draußen ist es unangenehm frisch. Pollença mit seinem sonntäglichen Markt ist unser erstes Ziel. Gemächlich fahren wir über die schmierig feuchten Strassen, als uns eine Gruppe Bikes entgegenkommt. Plötzlich in einer unübersichtlichen Linkskurve überholt einer noch einen vorausfahrenden Pkw, ist schon auf meiner Straßenseite. Gott sei Dank kann ich Schlimmeres verhindern. Anscheinend ein Insulaner, fährt wie ein Berserker.

 

Ich bin froh, als wir in Pollença das Bike abstellen und uns ins Marktgetümmel stürzen. Es werden allerlei Sachen feilgeboten, von Klamotten über Schnitzereien aus Olivenholz bis hin zu frischem Obst und Gemüse. An einem Stand gibt es Serranoschinken, vom Stück geschnitten. Von einem der vielen umliegenden Cafés beobachten wir interessiert das Treiben auf dem Markt. Um uns herum sind lauter Engländer, lesen ihre Times.  

Es ist kurz vor Mittag, als wir uns in Richtung El Calvari aufmachen. 365 Stufen führen hinauf zum Kalvarienberg. Oben auf 113 Meter Höhe steht eine kleine Kapelle, vor der ein Farbiger mit Zahnlücke Spanish Eyes auf seiner Gitarre klimpert. Anscheinend ist sein Repertoire begrenzt, denn wir hören die nächsten 10 Minuten nichts anderes. 

Wir genießen die beeindruckende Aussicht über die Stadt und das nahe gelegene Cap de Formentor. Runter geht es schneller, wir sind froh, wieder aufs Motorrad aufzusteigen und loszufahren, der Fahrtwind kühlt angenehm die vom Treppensteigen durchgeschwitzten Klamotten. Port de Pollença rechts liegend lassen, fahren wir die kurvige Strasse in Richtung Mirador es Colomer. Durch den Bummel über den Markt ist es mittlerweile Nachmittag geworden und es sind viele, viele Leihwagen unterwegs. Kommt denen dann auf den engen Straßen ein Bus entgegen, ist der Stillstand vorprogrammiert. Der Reiseführer hatte Recht, man sollte kein Morgenmuffel sein, wenn man an das Cap will. Mühsam quälen wir uns durch den regen Verkehr zur Abzweigung der kleinen Strasse zum Wachturm Talaia d´Albercuix, der von seinen 380 Höhenmetern eine fantastische Aussicht bietet.

 

 

Nach kurzer Pause fahren wir, vorbei am Platja de Formentor mit dem altehrwürdigen Luxus- hotel, die knapp verbleibenden 10 km zum Leuchtturm am Kap, dem nördlichsten Punkt von Mallorca.

 

Kurz vor Erreichen des Parkplatzes spielt sich ein unglaubliches Szenario ab. Etwa 40 Leihwagen parken auf der schmalen Straße, anscheinend ist oben alles voll. Einige Autos wollen von oben herunterfahren, noch mehr wollen nach oben. Alles steht, diskutiert wild gestikulierend. Ich quetsche mich mit der Diversion durch die kreuz und quer stehenden Polos, Puntos, Fiestas, Smarts. Im Sommer sollen 30000 Leihwagen auf der Insel unterwegs sein, wenn die alle hierher kommen, Prost Mahlzeit. Oben angekommen, parke ich das Motorrad, schieße ein obligatorisches Foto vom Leuchtturm und zurück geht’s. Hier ist der Weg das Ziel, die Ausblicke von der Panoramastraße sind weitaus spektakulärer als der Blick beim Leuchtturm.

 

Am Mirador de Mal Pas genießen wir noch mal das grandiose Panorama, bevor wir wieder in Richtung  Lluc fahren. Eigentlich wollten wir noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt einkaufen, doch der hat zu, es ist Sonntagnachmittag.

 

Von der untergehenden Sonne geblendet, geht’s in gemütlichem Tempo zum Kloster, ein ereignisreicher Tag geht zu Ende. Am Himmel funkeln die Sterne. 

Der Blick am Morgen aus dem Fenster trübt die Stimmung, es regnet. Es ist unser letzter Tag auf der Insel, morgen fahren wir mit der Fähre wieder zurück aufs Festland. So besichtigen wir nach dem morgendlichen Cafe con leche in unserer Bar das Kloster. Um 11:00 Uhr singt der berühmte Coro Blavets, der Chor der Sängerknaben von Lluc. Leider wird die Idylle durch die vielen, mit Bussen hergekarrten Touristen ein wenig getrübt.  

Kurz nach Mittag zeigen sich am Himmel die ersten blauen Fetzen und wir beschließen, noch eine der vielen mallorquinischen Tropfsteinhöhlen zu besuchen. Knapp 1 km vom Oratorio Sant Miquel in Campanet entfernt, findet man die Coves de Campanet mit der sogenannten "Spaghetti-Fabrik". Die Stalaktiten sehen in ihrer Form tatsächlich aus wie Spaghettis.

 

 

Vor der Höhle trinken wir bei einem imposanten Ausblick auf die umliegende Wildnis einen, na? Natürlich einen Cafe con leche. Wir lassen nochmals die letzten Tage Revue passieren, denken mit Widerwillen an die kaputte Fazer….  

 

Wir fahren zurück nach Lluc und packen unsere Sachen. Durch die fehlende Fazer muß nun das ganze Gepäck auf der Diversion verstaut werden. Glücklicherweise passen die Gepäcktaschen der Fazer in meine 43-Liter Krauserkoffer. Die mitgebrachten Getränke und Lebensmittel haben wir aufgebraucht und so gelingt es nach einigem Hin und Her, alles unterzubringen.

So aufgepackt, starten wir am nächsten Morgen in Richtung Palma. Diesmal auf der Autobahn. Die Yamaha ist mit Bettina als Sozia und dem ganzen Gepäck  unhandlich zu fahren und so bin ich froh, nach einer guten Stunde den Hafen erreicht zu haben.

 

 

 

 

 

 

Im Schatten warten wir bis 12:30 Uhr, dann dürfen wir auf die Fähre fahren. Die Prozedur ist die gleiche wie bei der Herfahrt, das Motorrad muß ich selbst vertäuen.

 

Wir starten nach oben auf das Sonnendeck, diesmal hoffen wir, können wir auf den Liegen die Überfahrt genießen.

 

Die Einzigen, die den Pool belagern, sind einige Fernfahrer. Sie genießen das kühle Naß in ihren Badehosen. Die haben wir leider ganz unten verstaut und so liegen wir bei brütender Hitze in unseren Lederhosen, einzig geschützt von einem kleinen Sonnenschirm.

 

 

Die Kathedrale grüßt ein letztes Mal herüber, Mallorca ade….

 

 

 

Nach nicht enden wollenden 7 Stunden erreichen wir bei einsetzender Dunkelheit das Festland. Als wir das Schiff verlassen, ziehe ich mir eine gelbe, reflektierende Warnweste an. Es geht in den großen Kreisverkehr vor dem Hafen. Von allen Seiten schießen Autos, Roller, Taxis und Lkws in den Kreisel. Ich verpasse die richtige Ausfahrt und so fahren wir in Richtung Flughafen, genau die entgegengesetzte Richtung. Es gibt keine Möglichkeit zu wenden und so fahren wir einmal um Barcelona herum, um dann endlich auf die richtige Autobahn zu kommen. Spät in der Nacht erreichen wir unsere Bekannten an der Costa Brava. 

Nachdem wir den Hänger für ein Motorrad umgebaut haben, das Auto gepackt haben, verlassen wir am nächsten Tag Spanien. Auf den französischen Autobahnen darf man mit Hänger 130 km/h fahren und so fliegt die eintönige Landschaft vorbei und wir kommen am frühen Abend nach 700 km in die Schweiz.

Eigentlich war geplant, in Genf am See zu zelten, doch die Außentemperatur zeigt nur noch 16°C und wir beschließen, eine Pension anzusteuern. Es ist nach 20:00 Uhr, als wir unsere dritte Absage erhalten, alle günstigen Übernachtungsmöglichkeiten (DZ zwischen 50 und 70 Euro) sind belegt. So fahren wir wieder auf die Autobahn, hoffen auf ein Hotel neben der Straße. Doch das Glück ist uns nicht hold. Kurz vor Fribourg auf einem Autobahnrastplatz gibt es Zimmer, die Nacht für 92,00 Euro. Wir sind todmüde, Alternativen gibt es nicht, und so checken wir 5 Minuten vor Schalterschluss ein. 

Aufs Frühstück hatten wir verzichtet, uns reicht ein Kaffee und eine warme Ovomaltine, das Ganze für 6 Euro. Es geht weiter über Bern, Zürich, Bregenz, Memmingen, München. Am frühen Abend sind wir zuhause.

 

PS: die Fazer erreicht Deutschland eine Woche später, das Gutachten ergibt einen wirtschaftlichen Totalschaden.

 © 2004 www.abseiling.de