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Rumänien 2002

Teil 2: Siebenbürgen und Transsilvanien

(©Copyright by T. Brand 2002)

 

Sighisoara (Schässburg) soll unser heutiges Ziel sein. Über Agnita führt die Strasse 106 malerisch vorbei an Feldern, die von rumänischen Familien händisch bewirtschaftet werden. Traktoren haben hier anscheinend nur die Reichen. Mühevoll werden die Kartoffelkäfer mit der Hand von den Pflanzen entfernt, der fruchtbare Boden mit Hacken bearbeitet. Am Straßenrand wird eine Telefonleitung vergraben, alles in Handarbeit, kein Minibagger, der die Grobarbeit verrichtet. Doch wer braucht hier ein Telefon? Die Menschen leben in ihrer Umgebung ohne Handys und Faxgeräte sicher glücklicher als wir mit SMS und den anderen Zwängen, die uns die so genannte Mobilität auferlegt hat.

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Von Agnita sind es noch 22 Kilometer nach Sighisoara. Die Storchennester sind in Rumänien allgegenwärtig  

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 Vorbei fahren wir an typischen rumänischen Dörfern, wie z.B. Noistat. Sobald man die Hauptstrassen verlässt, geht es über Schotter- oder Lehmpisten.

  

Nach knapp 120 Kilometern und 3 Stunden Fahrt erreichen wir Sighisoara (Schässburg). Auf dem Weg hierher war die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen überwältigend. Sobald uns die Kinder in der Ferne heranfahren hören, laufen Sie auf die Hauptstrasse und winken uns zu. Sogar entgegenkommende Autos blinken uns an und grüssen uns. In Schässburg angekommen, suchen wir uns einen der Burg nahe gelegenen Parkplatz, um nicht in voller Montur durch die Stadt stapfen zu müssen. 

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Sighisoara (Schäßburg), das “Nürnberg” Siebenbürgens, eine Stadt unter Denkmalschutz. Inmitten steht die besterhaltene Burg Siebenbürgens mit dem 64 hohen Stundturm, die im 12. Und 13.Jahrhundert erbaut wurde.

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Von diesem Figurenwerk, das die Stunden und die Wochen- tage anzeigt, hat der Turm seinen Namen. Heute ist ein sehenswertes Museum darin untergebracht. Interessant sind die Ausstellungsstücke der frühen Medizin (PS.: Wohl dem, der diese Werkzeuge nicht am eigenen Leib ver- spüren musste)

 

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Von der Aussichtsplattform des Stundturms hat man einen herrlichen Ausblick über die Dächer und Gassen der Altstadt. Im Burggelände bieten rumänische Stickerinnen Ihre Ware zum Kauf an (eine Decke in der Grösse von ca. 1 x 1 Meter kostete rund 30 Euro)

Wir schlendern den Burgberg hinauf und genießen das Panorama über die Altstadt. Für ein paar Cent besichtigen wir das im Stundturm untergebrachte Museum, in dem Stücke der Stadtgeschichte und u.a. diverse medizinische Geräte des hiesigen Apothekers Bertram ausgestellt werden. Gut, dass wir in der Gnade der späten westlichen Geburt leben, schießt es mir durch den Kopf, als ich die “Folterinstrumente” sehe. Ein Bus mit Spaniern und -innen ist eingetroffen und der Platz im engen Turm wird bedrohlich eng, sodass wir uns entschließen, den Ort zu verlassen und irgendwo in einem Straßencafe einen Kaffee zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen. Schässburg hätte noch vieles mehr zu bieten, doch wir haben noch ein Stück Fahrt vor uns und ausserdem wollen wir noch Biertan besichtigen.

Auf dem Weg nach Biertan überholen wir einen Schulbus. Die Kinder winken und lachen uns zu. In Biertan (Birthälm) wird der Stadtplatz neu gepflastert. Die Arbeiter unterbrechen Ihre Arbeit und beäugen unsere zwei Yamahas. Der Kardanantrieb meiner Diversion ist anscheinend etwas Besonderes, denn immer wieder hören wir das Wort Kardan. Leider können wir uns nicht verständigen, denn sie sprechen im Gegensatz zu den Hermannstädtern kein deutsch. So verlassen wir die angesammelte Menge in dem Gedanken, etwas Besonderes zu haben und gehen über die Treppe zu der imposanten Kirchenburg mit sechs Türmen. Leider ist die Kirche verschlossen und so verweilen wir in der Anlage und blicken auf das umliegende Weinbaugebiet. 

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Biertan (Birthälm), eine imposante Kirchenburg, gebaut von deutschen Kolonisten. Für 300 Jahre war es das Zentrum der evangelischen Kirche in Trans- silvanien. Im Ort gibt es eine Übernachtungsmöglichkeit im Gästehaus Biertan (Pfarrer Ulf Ziegler), Tel. 069/404867294

  

Weiter geht die Fahrt in Richtung Medias. Kilometerlang fahren wir hinter Richis über eine Lehmpiste, die Gott sei Dank weitgehendst trocken ist. Bei Regen ist dieser Weg für Bikes wahrscheinlich unfahrbar, denn allein die Pfützen des Gewitterschauers der letzten Nacht reichen für durchdrehende Hinterräder. Nach 10 Kilometern und ein paar Serpentinen erreichen wir wieder festen Boden unter unseren Bikes und cruisen auf einsamen Strassen vorbei an Mosna nach Medias, wo wir wieder auf die Hauptstrasse Schässburg - Hermannstadt stoßen. 

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Hinter Biertan geht es über eine Lehmpiste in Richtung Medias, wo wir vorbei an alten Industrieanlagen wieder in Richtung Hermannstadt fahren.

In Slimnic (Stolzenburg) mit einer sehenswerten Wehrkirche, die wir aber wegen einer abenteuerlichen Zufahrt nicht besichtigen, verlassen wir die Hauptstrasse wieder und biegen im Ort nach rechts in Richtung Ocna Sibiului (Salzburg) ab. Fast 10 Kilometer pendeln unsere Maschinen zwischen riesigen Schlaglöchern auf einer Schotterpiste von links nach rechts und umgekehrt. Die einzigen Verkehrsteilnehmer, die uns entgegenkommen, sind Pferdefuhrwerke. Vielleicht hätten wir doch eine Abzweigung früher nehmen sollen. Aber letztendlich erreichen wir doch den Ort Salzburg, in dessen Nähe sich der Brancoveanu-See befindet, indem man aufgrund des hohen Salzgehaltes des Wassers ähnlich dem Toten Meer ohne Bewegung auf der Wasseroberfläche schwimmen kann. Der Ort selbst ist seit dem 16.Jahrhundert ein bekanntes Heilbad, dessen Glanzzeiten wohl aber vorbei sind. 

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Ein wenig kann man sich noch von den Glanzzeiten des Heilbades in Salzburg vorstellen. Der Brancoveanu-See in der Nähe entstand, als der Stollen eines Salzbergwerkes zusammenstürzte und sich mit Wasser füllte.

 

Nach einem kurzen Stopp geht es zurück über Hermannstadt nach Cisnadioara (Michelsberg). Leider können wir aufgrund der vorgeschrittenen Tageszeit nicht mehr die alte, romanische Basilika besichtigen und so kehren wir zurück zu Micki und Charlie, den Hunden unserer Pension, die uns bereits mit wedelnden Schwänzen erwarten.  

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Über Nacht ziehen schwere Gewitterwolken auf und so beschließen wir am nächsten Morgen, die Tour über den Fagaraspass um einen Tag zu verschieben und eine Sightseeing-Tour nach Brasov (Kronstadt) zu unternehmen. Nach gut 150 Kilometern auf der nicht lohnenswerten Europastrasse E68 erreichen wir die größte Stadt Siebenbürgens mit ca. 350000 Einwohnern. Wir parken am großen Marktplatz und schlendern bei bedecktem Himmel durch das Stadtzentrum. Man spürt den touristischen Einfluss auf die Stadt, beim Spaziergang durch die Fußgängerzone bemerken wir überall wohl sortierte Geschäfte und Boutiquen, gut gekleidete Frauen und Männer flanieren durch die Gassen. In einem Strassencafe machen wir Rast und treffen österreichische Landsleute, die uns noch den einen und anderen Tipp für Rumänien geben.  

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Romania2002_33Brasov (Kronstadt), die größte Stadt in Siebenbürgen. 1420 wurde das Alte Rathaus auf dem Marktplatz errichtet (oben links). Von der Zinne (Tampa), dem 955 m hohen Hausberg, dessen Gipfel man bequem mit einer Kabinenseilbahn erreicht, hat man eine tolle Aussicht über die Stadt. Im linken Bildrand sieht man die “Schwarze Kirche”, die bei einem Brand 1689 derart vom Russ geschwärzt wurde, sodass sie fortan “Schwarze Kirche” hieß. Nach einer vor kurzem durchgeführten Restaurierung ist das Wahrzeichen von Kronstadt nun grau.

   

Am Himmel ziehen nun wieder schwarze Wolken auf und wir machen uns auf den Weg nach Predeal, einem Ort in 1100 m Höhe in den Karpaten. Kurz vor Erreichen des Ortes öffnet der Himmel seine Schleusen und wir versuchen, einigermaßen trocken in Richtung Bran zu gelangen, wo das berühmte Draculaschloss steht. Die Fahrt dorthin wäre bei gutem Wetter sicher ein Erlebnis, die Strassen schlängeln sich durch die bewaldeten Karpaten. Bei nasser Fahrbahn ist es für uns ein Fahren wie auf rohen Eiern. Die Strassen sind schmierig und jedes Gasgeben rächt sich mit ausbrechendem Hinterrad. Nach knapp einer Stunde erreichen wir dann endlich Bran (Tötzburg). Auf dem Parkplatz reiht sich Bus an Bus und so beschliessen wir, auch wegen der fortgeschrittenen Tageszeit, unseren Heimweg anzutreten.  

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Bran (Tötzburg) das berühmte Draculaschloss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Spätabends und total geschafft erreichen wir nach fast drei Stunden Fahrt über Zarnesti und Fagaras endlich unser Basislager in Cisnadioara.  

Im dritten und letzten Teil fahren wir unter anderem endlich über den Transfagaras, den mit gut 2000 Metern höchsten Pass der Karpaten…  

(nachzulesen unter www.abseiling.de )